Beim Huskycup entstehen hölzerne Bienenquartiere
Internationale Elite der Kettensägen-Schnitzer trifft sich am Pfingstwochenende wieder in Blockhausen

Bereits zum achten Mal gibt sich die internationale Elite der Kettensägen-Schnitzer beim Huskycup in Blockhausen die Ehre. Stand im letzten Jahr die sächsische Bergbaugeschichte im Mittelpunkt, so dreht sich Pfingsten 2011 alles um die Imkerei.
Dorfchemnitz. Ein echter Geheimtipp ist es längst nicht mehr, das ungewöhnliche Refugium im Wald zwischen Mulda und Dorfchemnitz.
Denn schon seit einigen Jahren betreibt hier der Förster Andreas Martin gemeinsam mit seiner Ehefrau inmitten unberührter Natur die Walderlebnishütten Blockhausen, wo neben drei massiven Blockhäusern nordamerikanischen Baustils besonders die zahlreichen Holzskulpturen auffallen. Sie säumen bereits den Waldweg hinauf nach Blockhausen und haben eins gemeinsam: Alle sind mit Motorsägen geschnitzt. Glaubt man Martin, dann stellen die rund hundert Figuren, vom nordischen Elch bis hin zum Bergmann aus dem Erzgebirge, die größte Holzskulpturensammlung Deutschlands dar und helfen die Idee „Mit Wald und Holz leben“ umzusetzen.
Doch einmal im Jahr zum Pfingstfest muss die Wald-idylle einem schrillen Orchester aus Kettensägen weichen, wenn sich die Weltelite zum so genannten Huskycup, betitelt nach der amerikanischen Bezeichnung von Kettensägen eines schwedischen Herstellers, trifft. Bis zu 10.000 Zuschauer sind dabei keine Seltenheit, denn das Event der Kettensägen-Schnitzer, so die genaue „Berufsbezeichnung“, hat längst Kultstatus, wenn aus großen Eichenstämmen unter den ungläubigen Augen der Gäste überlebensgroße und dabei unglaublich filigrane Holzplastiken entstehen. Dabei steht der Cup in jedem Jahr unter einer ganz bestimmten Motivwahl. Widmeten sich die Macher der German Open im Kettensägen-Schnitzen im vergangenen Jahr der sächsischen Bergbaugeschichte und lieferten 24 detaillierte und originalgetreue Bergleute verschiedener Gewerke in Parade- oder Arbeitsuniformen als Säulen für das Dach über den mit 40 Meter längsten Tisch der Welt ab, so geht es 2011 um ein ganz anderes Thema.
Da zur Natur auch die Imkerei gehört und in unmittelbarer Nachbarschaft ein Züchter sein Domizil hat, nahm die Idee, den diesjährigen Wettbewerb unter das Thema Bienen zu stellen und Bienenquartiere, in der Fachsprache Klotzbeuten, zu sägen, schnell Gestalt an. Und damit diese später nicht nur in der Landschaft rumstehen, sondern auch bewirtschaftet werden, tüftelte Martin gemeinsam mit seinem Imkernachbarn eine Hinterbehandlungsbeute mit zwei Brut- und Honigräumen aus, die später in die Klotzbeuten eingehängt werden. Aus einer internationalen Ausschreibung wurden schließlich 16 Entwürfe ausgewählt, die gleichzeitig als Wettbewerbsteilnahme für den 8. Huskycup vom 11. bis 13. Juni gelten. Die Bienenquartiere werden anschließend in der benachbarten Imkerei aufgestellt und im kommenden Jahr um eine Blockhütte erweitert, in der eine Schauimkerei zu einem weiteren Publikumsmagneten werden dürfte.
Dem Thema gemäß wird das umfangreiche Rahmenprogramm vom Landesverband Sächsischer Imker mit Vorträgen erweitert, und auch das legendäre Speedcarving ist wieder angesagt.