Bekanntes Adventslied auf außergewöhnlicher Orgel
Weihnachtsausstellung im Seiffener Kunstkontor zeigt noch bis 1. Januar Arbeiten von 13 Künstlern

Mit seinem „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit“ auf einer Orgel für Nichtorganisten sorgte Jörg Michael zur Vernissage der diesjährigen Weihnachtsausstellung im Kunstkontor für Aufmerksamkeit. Der Annaberger ist einer von 13 ausstellenden Künstlern aus dem Erzgebirge und Dresden.
Seiffen. Als Georg Weissel 1623 anlässlich der Einweihung der Altrossgärtner Kirche in Königsberg das Lied „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit“ verfasst, ahnte er nicht, dass eines der heute bekanntesten und beliebtesten Adventslieder entstanden war.
Und sicher auch nicht, dass es fast 400 Jahre zur Weihnachtszeit in Seiffen auf einer Orgel für Nichtorganisten erklingen wird. Zugegeben, etwas Übung gehört schon dazu, um die sieben Orgelpfeifen auf der stammhaften Stahlkonstruktion per Fuß oder mit den Knien über sieben Blasebälgen zu bedienen und das ehrwürdige Weihnachtsstück nicht zum legendären Katzenjammer zu degradieren. Statt Notenkenntnissen also gymnastische Motorik, denn wo es melodisch lang gehen muss, zeigen rote Punkte über den beiliegend gedruckte Text des Psalm 24. Werden sie vom Laienmusiker betätigt, findet die Luft über Plasteschläuche zur jeweiligen Pfeife und lässt das vertraute „Macht hoch die Tür“ erklingen.
Schon zur letzten Weihnachtsausstellung in der Seiffener Kunstgalerie K2 wollte Jörn Michael auf seine Weise für vorweihnachtliche Stimmung sorgen. „Doch in diesem Jahr passt meine Orgel bestens in die Ausstellung“, freut sich der Annaberger Künstler und bezieht sich auf das diesjährige Ausstellungsmotto „Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch“. Die sieben Orgelpfeifen stammen vom restaurierten Instrument aus der Sehmaer Kirche und wären sonst im Schrott gelandet, und etwas weihnachtliches Flair verleihen dem technischen Gebilde dann doch noch vier Adventskerzen.
Jörn Michael ist im Kunstkontor nur einer von insgesamt 13 Ausstellern aus dem Erzgebirge und der Landeshauptstadt. Zu sehen sind von ihnen eine Vielzahl von Techniken und Mischformen, figürliche Darstellungen, ein Relief von Paul Brockhage und auch einige Engel sind in verschiedenen Varianten zu sehen. Doch eine „typische“ Weihnachtsausstellung ist es nicht, und das hatte auch keiner der Gäste zur Vernissage am Nachmittag des 12. November erwartet. Dafür richtet sich auch in diesem Jahr der Blick auf Abstraktes. „Wir wollen damit zeigen, dass das Thema Weihnachten sehr weit gefächert realisiert werden kann und so den Horizont unserer Besucher auf eine außergewöhnliche Art erweitern“, erklärt Carsten Bilz sein und das Anliegen seines Mitgaleristen Carsten Lein am Rande der Ausstellungseröffnung.
„Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch“ ist bis 1. Januar 2012 im Kunstkontor K2, An der Binge 2, samstags und sonntags von 13 bis 17 Uhr zu sehen, Weihnachten, Silvester und Neujahr nach Vereinbarung unter 0177-361 245 6.