17.03.11 08:00

Jungen Autoren ein Podium geschaffen

Von: Matthias Degen

In zweiter Auflage Nachwuchsförderpreis Literatur im Erzgebirge ausgelobt

Für ihre einfühlsam erzählte Begegnung mit einem blinden Mann erhielt die Jahnsbacher Elisabeth Beckert aus den Händen von Manfred Preiß, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Mittleres Erzgebirge, den ersten Preis in der Kategorie Prosa, Altersklasse 15 bis 19 Jahre.

Marienberg. „Waren es im vergangenen Jahr noch 22 Wettbewerbsbeiträge, die es zu beurteilen galt,  so ist die Zahl der Einsendungen in diesem Jahr sprunghaft auf 94 angestiegen“.

Nicht ohne Stolz verkündet Frank Klemm diese Nachricht zur Eröffnung der diesjährigen Auszeichnungsveranstaltung für den Nachwuchsförderpreis Literatur im Erzgebirge. Und der Marienberger, seit geraumer Zeit Sprecher der Vereinigung „Literatur im Erzgebirge“ und Moderator der Festveranstaltung, weiß: Das hat nichts mit Masse statt Klasse zu tun. Ganz im Gegenteil.

Anlässlich der 10. Kunst- und Literaturtage im Kultur- und Freizeitzentrum Baldauf Villa in Marienberg aus der Taufe gehoben, wird der Wettbewerb spätestens nach seiner nunmehr zweiten Auflage dem erklärten Ziel gerecht, jungen Autoren und Autorinnen zwischen zehn und 26 Jahren in den selbst gewählten Kategorien Lyrik, Prosa und Mundartdichtung ein Podium zu schaffen, um ihr Talent messen zu können. Insgesamt 14 Preisträger wurden ausgelobt - keine leichte Aufgabe für die fünfköpfige Fachjury.  Seit Ende vergangenen Jahres lagen ihnen die Beiträge vor. Genügend Zeit, um in angemessenen Abständen zu lesen und zu einem eigenen Urteil zu finden. Eine zwischenzeitliche  Absprache gab es nicht. „Wir hatten in dieser Zeit jeglichen Kontakt miteinander unterbrochen“, versichert Jurymitglied Carla Haubold aus Olbernhau, ehemalige Lehrerin und selbst Autorin zweier Publikationen, gegenüber Panorama.

Entsprechend unterschiedlich fielen die Einschätzungen aus. Während man sich bei einigen Preisträgergeschichten recht schnell auf einen Favoriten einigen konnte, gingen speziell bei der Lyrik die Meinungen oft auseinander. Erfreulich für alle jedoch die Tatsache, dass sich auch heute noch Kinder und Jugendliche für Mundart begeistern können und im erzgebirgischen Dialekt schrei-ben. Der Jury waren das in diesem Jahr zwei Sonderpreise wert, in Prosa als auch Lyrik.

Weniger erbaulich hingegen die spärlichen Einsendungen der Altersklasse zwischen 20 und 26 Jahren. „Unter den wenigen und bis auf einige Ausnahmen qualitativ zweifelhaften Einsendungen Preisträger zu ermitteln, erschien uns  den anderen Teilnehmern gegenüber nicht gerechtfertigt“, begründete der Kulturjournalist Reinhold Lindner die Entscheidung der Jury, auf eine Preisvergabe zu verzichten. Eine Erfahrung, aus der man Konsequenzen ziehen wird. So ist an eine differenziertere Unterteilung der einzelnen Altersgruppen bei einer oberen Altersgrenze von 21 Jahren gedacht. „Gerade im Alter zwischen zehn und 14 Jahren findet eine wichtige Entwicklung vom Kind zum heranwachsenden Jugendlichen statt, die sich in den Einsendungen niederschlägt und auf die wir eingehen werden“, so Frank Klemm.

Neben Landrat Frank Vogel und Prof. Dr. Schneider, Mitglied des Landtages und der freien Vereinigung „Literatur im Erzgebirge“, hatte am 13. März 2011 auch Dr. Matthias Rößler, Präsident des Sächsischen Landtages, als neuer Schirmherr der Veranstaltung die Anreise aus Dresden in die Jugendstilvilla  auf dem Anton-Günther-Weg nicht bereut.

Preisträger unter www.erzgebirgsautoren.de/