Von Mountainbikern für Mountainbiker gemacht
Sachsens erstes Mountainbike-Wegenetz besteht zehn erfolgreiche Jahre - Biker trafen sich zum Trail Day

Besuch zum diesjährigen Trail Day in Lengefeld: Landrat Frank Vogel (stehend Bildmitte) und Ingolf Wappler, Bürgermeister von Lengefeld (vorn 2.v.re.), sehen sich und ihre Institutionen im Verbund mit den Mountainbikern um Frontmann Thomas Frenzel. Denn das 10-jährige Bestehen des Mountainbike-Wegenetzes ist in erster Linie das Ergebnis erfolgreicher Zusammenarbeit.
Lengefeld. Zum Trail Day hat Thomas Frenzel nicht das erste Mal eingeladen, und auch am sonnigen Morgen des 21. Mai waren seinem Ruf wieder zahlreiche Mountainbiker gefolgt.
Trail Day, und das ist allen bekannt, heißt zupacken, wenn ein ganz besonderes Wegenetz abgefahren wird, um Markierungen und Beschilderungen zu erneuern oder auch Teile der Wegstrecke auf Vordermann zu bringen. Denn inzwischen sind zehn Jahren vergangen, seitdem das erste Mountainbike Wegenetz in Sachsen seiner Bestimmung übergeben wurde und sich seitdem großer Beliebtheit erfreut. Beispielgebend für die Erzgebirger war ein ähnliches Wegesystem im sauerländischen Willingen, das damals mit einem renommierten Umweltpreis ausgezeichnet wurde und somit die letzten Bedenken in Sachen Naturschutz ausräumte.
Doch aus „...mal schnell ein paar Schilder aufstellen...“ wurde dann aber nichts, denn erst nach vierjähriger Planung durch den Verein Pulsschlag Erzgebirge e.V., den Tourismusverein Lengefeld e.V., der Tourismusgemeinschaft Mittleres Erzgebirge e.V. und unter Federführung von Thomas Frenzel, selbst passionierter Mountainbiker und Inhaber des Forsthauses in Lengefeld, wurden schließlich im April 2001 durch Mountainbiker der Region die letzten Beschilderungen und Markierungen angebracht.
Als einen großen Vorteil des Wegenetzes sieht sein Begründer, dass man bewusst aktive Mountainbiker leiten und kanalisieren kann, da die Wege anspruchsvoll und für die Nutzer sinnvoll sind. „Das Wegenetz wurde von Mountainbikern für Mountainbiker geschaffen, die noch aus der Region kommen und hier leben. Es wurde nicht an den Bikern vorbei geplant, auf den Naturschutz geachtet und private, forstwirtschaftliche sowie auch Belange der Jagdgesellschaften beachtet“, klärt Thomas Frenzel dazu auf, der heute noch in Zusammenarbeit mit der Deutschen Initiative Mountain Bike e.V. (DIMB) auf unmittelbaren Kontakt zu den Landbesitzern und behördlichen Vertretern setzt. „In den zurückliegenden zehn Jahren sind keine gravierenden Probleme mit anderen Nutzergruppen, wie zum Beispiel mit Reitern, Wanderern oder auch Jägern, bekannt geworden“, bilanziert der Anfangvierziger und weiß, dass dies für den Erfolg der Idee, einen neuen Sport in der Region zu etablieren und damit auch touristisch nutzbar zu machen, spricht. Da das System eine völlig neue Idee für einen neuen Sport war, betraten auch Behörden und Verbände Neuland. Es waren Kompromisse von Nöten, um etwas völlig Neues zu schaffen.
Im deutschsprachigen Raum bis nach Holland sind heute die „Miriquidi Bike Trails“ inzwischen bekannt und ziehen Gäste in die Region, unter ihnen namhafte Sportler wie Matthias Mende, Junioren Europameister im Cross Country, oder den Deutsche Meister im Downhill, Andre Wagenknecht.