Bergmannsfrömmigkeit im Erzgebirge

Autoren schließen mit „Hinab die Glocke ruft“ eine literarische Lücke

In vielen Bergstädten hört man frühmorgens um fünf ein Bergglöckchen läuten. Kenner des Bergbaus wissen, dass die Glocke in früheren Zeiten zum Wecken und zu Arbeitsbeginn ertönte. Doch es war nicht allein ein Zeitzeichen, sondern mehr noch der Ruf zum Gebet.

Bis in unsere Tage ist noch viel von der Frömmigkeit der Bergleute im Erzgebirge erhalten geblieben. Angefangen bei den Berggottesdiensten über die Bergandachten und Bergmetten bis hin zur Würde und Schönheit der erzgebirgischen Weihnacht. Lebendige Tradition, niedergeschrieben auf 142 Seiten, die Frank Meinel und Klaus Wenzel am 23. April im Rahmen der Buchvorstellung „Hinab, die Glocke ruft“ der Öffentlichkeit präsentierten.

Durch Zeitdokumente und eigenen Recherchen verweisen die Autoren auf die Bedeutung des religiösen Bergmannslebens außerhalb einer Beauftragung durch die amtliche Kirche und geben gleichzeitig einen glaubensgeschichtlicher Rückblick, der an diesem Abend nicht nur Freunden und Kennern des Bergbaus eine im Erzgebirge tief verwurzelte Tradition nahe brachte. Angeregt diskutierten Gäste und Autoren über die Gefahren, denen die Bergmänner ausgesetzt waren, Gefahren, bei denen der Glaube an Gott oft der einzige Halt war.